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Warum Lernwerkstatt für Flüchtlinge

Nicht nur die Schwäbisch Gmünder Bürgerinnen und Bürger, sondern viele Menschen in ganz Deutschland haben die Kofferträgeraktion der Flüchtlinge im Juli 2013 wahrgenommen und zunächst mit Verwunderung und Ablehnung reagiert. Mittlerweile ist die anfängliche Skepsis einer großen Anerkennung für das Engagement für Flüchtlinge und deren großartigem Einsatz gewichen.
Inzwischen leben über 1.000 Flüchtlinge im Ostalbkreis in Gemeinschaftsunterkünften. Davon sind 367 direkt in Schwäbisch Gmünd untergebracht.
Trotzdem die Stadt Schwäbisch Gmünd und der Ostalbkreis, es sich zur Gemeinschaftsaufgabe gemacht haben, eine „Willkommenskultur für Flüchtlinge‟ sui generis zu schaffen, nach dem Motto „vom Flüchtling zum Bürger‟, stehen doch viele der Neuankömmlinge am Anfang untätig da.
Wir meinen, so wie es im „Gmünder Weg‟ konzipiert ist, sollte sich nach der Willkommenskultur eine Förderkultur anschliessen.
Dieses Integrationskonzept führt vom Ankommen über die Sprachförderung und Teilhabe im Ehrenamt und Erprobung in Gemeinnützigkeit hin zur Ausbildung und Beschäftigung und letztendlich zur dezentralen Unterbringung.
Wir wissen, dass die Flüchtlingszahlen steigen und im Moment die größte Gruppe der Flüchtlinge, unabhängig von Herkunftsland und dem zu erwartenden Status in Deutschland, männlich und zwischen 18 und 45 Jahre alt ist. Diese Gruppe möchten wir stärker in Augenschein nehmen. Sie müssen die neuen Lebensbedingungen auf allen Ebenen erst kennen lernen. Hier besteht dringender Handlungsbedarf.

Ludwig Majohr, ein gelernter Fahrzeugschlosser, des Weiteren Ing. für Fertigungstechnik, Dipl. Ing. der Pädagogik und auch der Elektrotechnik, hat als langjähriger Berufsschullehrer nach der Rente, 2 Jahre in Heidenheim eine Klasse Berufsvorbereitung unterrichtet. Diese Erfahrungen bringt er nun für die berufliche Vorbereitung der Flüchtlinge ein.
Er reichte Ende 2013 beim Landratsamt ein Konzept für eine Lernwerkstatt ein. Herr Betz, Landratsamt Ostalbkreis und Frau Katja Rettenmeir, Leiterin der Gemeinschaftunterkunft, erkannten das Potential der Konzeption und forderten vertrauensvoll Ludwig Majohr auf, die Konzeption umzusetzen.

Ihm wurde eine alte Waffenkammer in der ehemaligen Kaserne der Amerikaner auf dem Hardt überlassen, die er anfangs alleine ausräumte. Ein Redakteur der Rems-Zeitung, Herr Gerold Bauer, schrieb Aufrufe an die Schwäbisch Gmünder Bevölkerung und bat für ihn um Werkzeuge und Materialien für die Ausbildung und Beschäftigung der Flüchtlinge. Das Echo darauf war sehr positiv. Vor allem die Frauen und Mütter des Ostalbkreises rufen bis heute an und bieten Werkzeuge und Materialien zur Abholung an.

Wir sind die Lernwerkstatt HuT
Handwerk und Technik für Flüchtlinge Schwäbisch Gmünd

Ab Oktober kamen nach und nach 7 weitere ehrenamtliche Renter aus allen Bereichen des Lebens aus Schwäbisch Gmünd hinzu und wir schufen unsere Lernwerkstatt in Privatinitiative.
Raum, Strom und Heizung gibt uns das Landratsamt Ostalbkreis – Abteilung Integration und Versorgung, alles andere organisieren wir selbst.
Wir sind stolz auf die ungebrochene, freiwillige Teilnahme von Flüchtlingen; seit 18 Monaten unfallfrei zu arbeiten; rund 50 Flüchtlinge seither gefördert zu haben; die Anbahnung und Vermittlung von festen Arbeitsverträgen realisiert zu haben.

Flüchtling ist kein Beruf!
Hörten Sie je etwas von einer Berufsausbildung z.B. in Eritrea, Gambia, Somalia, Nigeria, Syrien, Libanon, Irak, Afghanistan? Dort gibt es, wenn überhaupt, ANLERNVERHÄLTNISSE! Für einen Job in unserer rationalisierten Industrie und unserem hochtechnisierten Handwerk, haben sie so keine Chancen.

Monatelanges Nichtstun erzeugt Depressionen und Aggressivität.
Gefühle der Wertlosigkeit und der Hoffnungslosigkeit führen zu Aggressivität (Arno Gruen). In den 16 Monaten des Bestehens der Lernwerkstatt gingen sonst vorhandene aggressive Handlungen deutlich zurück. Unter anderem lernen sich die verschiedenen Ethnien auch untereinander besser kennen.

Mit Problemignoranz beginnt die Entwicklung zur Fremdenfeindlichkeit!
„Manche‟ reden so gerne, oft und laut von baldiger Berufsausbildung der Flüchtlinge mit den Bestandteilen Praxisarbeit und Berufsschule. Wir brauchen die Flüchtlinge als Fachleute! Ist das real?
Unsere Erfahrungen sagen, dass für ca. 80 % der männlichen Flüchtlinge der Gebrauch von Hammer, Zange, Nägel, Schrauben, Maulschlüssel, Akkuschrauber, Säge, Schraubstock, Schraubzwinge, Feile usw. absolut fremd sind!

Flüchtlinge sind genauso intelligent und handwerklich begabt wie unsere jungen Leute, nur hatten sie nie die Möglichkeit das zu zeigen!!
Das hohe Arbeitsniveau in Europa mit Unfallschutz, Arbeitsregime und selbständigem, eigenverantwortlichen Arbeiten, braucht intensive Vorbereitungsmassnahmen vor Ort und zwar gleich nach der Ankunft und keine Schönwetterreden im Konjunktiv!

Flüchtlinge lernen alles, auch Deutsch!
Wir bieten eine berufliche Vorbereitung mit etwas Deutsch, handwerklichen Grundfertigkeiten und Kennenlernen des europäischen Arbeitsregimes.
Kaum einer hat vom Heimatland einen Nachweis über geleistete Arbeit und Arbeitskenntnisse. Aber nach drei Monaten Teilnahme erteilen wir ein aussagekräftiges Zertifikat über das Erlernte. Dieses erste Dokument über ihre Fachlichkeit findet bei der Jobsuche in Industrie und Handwerk hohe Akzeptanz.

Nachhaltige Entwicklungshilfe kann bei uns anfangen!
Wer in sein Heimatland zurückgeschickt wird, der soll von uns in die Lage versetzt worden sein, dort ein eigenes Handwerkergeschäft erfolgreich zu führen mit:
Fahrradreparatur, Glaserarbeiten, Holz-und Metallarbeiten, Recycling!

Unsere Gesetze müssen reformiert werden!
Unsere jetzigen Gesetze bieten keine echten Chancen sondern erzeugen Verdruß und Unverständnis bei Flüchtlingen und in der Bevölkerung. Es ist klar, nur wer sich auf die andere Arbeitswelt in Europa vorbereitet, hat gute Chancen eine Arbeit und Ausbildung zu finden und zu bestehen. Der „Gmünder Weg‟ zeigt uns die Richtung, nicht die Sonntagsreden von einigen wenigen.

Wir bieten den Flüchtlingen einen realen Anfang für die Arbeitswelt in Europa
und das
• sofort nach Ankunft
• unabhängig von Herkunftsland, Fluchtgrund und Aufenthaltsstatus
• auf freiwilliger Basis
• kostenlos für Staat, Flüchtling, Anleitenden/Lehrenden Rentner
• ohne Sprachhürden (Vormachen, Nachmachen, Üben)
• drei Nachmittage die Woche a 4 Std.
• ein Zertifikat nach 3 Monaten Teilnahme
• mit gespendeten Materialien und Werkzeugen
• mit Abgabe der gefertigten Produkte kostenlos an gemeinnützige Vereine

Wir geben unsere Konzeption, Stoffplan und Ratschläge per mail gerne weiter, weil wir Rentner aus der Praxis – der Politik voraus sind!
Dabei können wir die Verschiebung der Verantwortung auf das Ehrenamt auf grund unserer Kompetenzen tragen!

 

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